Verfasst von: zeitfragen | 4. Januar 2013

„Laien“-Ersatz

Heute sind mir drei Ideen gekommen, wie der unglückliche Begriff der Laien ersetzt werden könnte:

Die Laien sind durch Taufe und Firmung Gesalbte, Bischof und Priester Geweihte.

Die Laien sind Mittler: sie bringen den sakramentalen Christus zur Welt in der Kraft des Heiligen Geistes. Bischof und Priester sind demzufolge Spender der Geheimnisse Gottes.

Die Laien sind Brücken für die Welt zu Gott, die Bischöfe und Priester Brückenbauer (Pontifex), die die Aufgabe haben, die Brückenteile zu stützen.

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Responses

  1. In „Chris-ten“ ist die Chrisamsalbung ja enthalten.
    Aber wie die jahrhundertlange Überklerikalisierung zurückbauen?
    „Kirchenbürger“ ist auf der Höhe der Zeit, ab halt unschön.
    Jedenfalls wählte Gott zur Menschwerdung nicht den Stamm Levi.

    • Danke für das Weiterdenken! Dass „Christen“ wörtlich „Gesalbte“ heißt, spricht für die erste Variante. Und bringt zum Ausdruck, dass es eben ein allgemeines Königtum, Priestertum und Prophetentum aus der Teilhabe an Christus gibt.
      „Kirchenbürger“ ist völlig falsch:
      1) Himmelsbürger ist der biblisch richtige Begriff.
      2) Bürger ist ein staatlicher Begriff, kein theologischer. Laien sind aber eine theologische Größe.
      3) Die Kirche gehört uns nicht, es ist die Kirche Christi. Insofern ist nur Christus „Kirchenbürger“.

      Was Laien sind, erschließt sich nicht im Blick auf eine Überklerikalisierung, sondern in dem, was die Laien von Christus her und für seine Braut, die Kirche, sind.

      • Laut Eph 2/ haben wir jedenfalls „Bürgerrecht“, so falsch kann das Wort also nicht sein.
        Und dass der Laienbegriff über Jahrhunderte nur als Gewenbegriff zum Klerus verstanden wurde ist kaum zu bezweifeln.
        Vat II hat endlich das ursprüngliche Verständnis im „wandernden Gottesvolk“ zurückgewonnen.

      • Phil 3,20 sagt, dass unsere Heimat im Himmel ist – dort wird alles von Gott erbeten, nichts durch Recht oder Zwang erreicht.
        Vat II hat nicht nur in LG im 2. Kap. über das zur himmlischen Herrlichkeit wandernde Volk Gottes geschrieben (das ein Nicht-Volk ist, weil es für alle offen ist), sondern auch Kap. 4 über die Laien und Kap. 5 über die Berufung aller zur Heiligkeit. Wie können die Laien heilig werden? Wie können sie ihren Alltag heiligen? Der Fokus auf vergangene Schieflagen im Verhältnis zwischen Laien und Klerikern helfen hier nicht weiter – davon bin ich zumindest überzeugt. Ich kann die Kleriker nicht ändern, ich kann nur mich als Laien ändern und versuchen, mich dem Willen Gottes anzugleichen, um Christus ähnlich zu werden. Eine, wenn nicht durch die Kirche mitgetragene, fast unmögliche Herausforderung.

  2. Den Laienbegriff einfach beibehalten. Weil er nicht unglücklich ist. Und weil die Teilung des Gläubigenvolkes in Kleriker und Laien (mit unterschiedlicher Zuordnung der Ordensleute) etwas Tatsächliches bezeichnet. Ist so.

    • Laien sind laienhaft – das ist unglücklich. Laien sind zum Laos Theou gehörig – das ist glücklich. Aber wer weiß schon das Zweite? Die klare Zuordnung zu Kleriker oder Laien finde ich ganz zentral und möchte sie keinesfalls einebnen. Aber eben das Gegeneinander in ein neues Miteinander verwandeln. Meine These: Wenn die Laien wissen, was sie als Laien sind, können sie besser mit den Klerikern zusammenwirken. Und das Wesen drückt sich vor allem im Namen aus.

  3. Die klare Zuordnung ist eben nicht möglich, denn zum Laos Theou gehören (hoffentlich) auch die Kleriker – Augustinus wusste das noch, wenn er sagt: „Für euch bin ich Bischof, aber mit euch bin ich Christ.“ Die Kleriker sind also eine Teilmenge des L Th!

    Der Laienbegriff ist zwar fachtheologisch wichtig und – ja beglückend, aber im allgemeinen Sprachgebrauch ist er äußerst missverständlich, weil er eben eine Abwertung mit sich führt, die den Sinn von Laos Theou geradezu ins Gegenteil verdreht.

  4. Nun, Begriffsaustausch funktioniert erfahrungsgemäß nicht. Wer würde nicht lächeln, wenn er „Jugenddelinquenz“ liest (statt Jugendkriminalität)?

    Keiner, der sich mit den Begriffen auskennt, empfindet die Bezeichnung „Laien“ als abwertend.

    Und für das Laie ohne Zusatz (also nicht „ein Laie in der Programmierung) wird das doch eigentlich sogar allgemein so verstanden.


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